Judith

Hoersch

acting
writing
creating

No Truth
No Story

Judith Hoersch wurde ’81 in Köln geboren, hatte eine teils idyllische, teils turbu­lente Kind­heit. Wenn‘s ihr zu viel wurde, schuf sie sich, mit einem Stift in der Hand, neue Welten auf Papier. Als Tochter eines Journalisten war Schreiben an der Tages­ordnung und früh wurden gemeinsam Geschichten entworfen und die junge Hoersch in Didaktik geschult.

Ich wuchs in Köln auf und verbrachte den größten Teil meiner turbulenten Kindheit auf dem Pferderücken. Das war meine Rettung, mein Kleinod, mein innerer Schreber­garten. Heimlich schrieb ich in Schul­hefte Kurz­geschichten, Song­texte und Gedichte. Mit elf verfasste ich eine umfassende Liebes­geschichte – ich besitze sie bis heute.

Geprägt durch ein musisches Gymnasium und meine Eltern kam ich früh mit Musikern, dem Singen und Shows in Berührung. Ich wollte auf die Bühne, wollte gesehen werden. Also schwänzte ich die Schule und gab das Geld, das ich als Model verdiente, für Schauspiel­seminare aus. Glücklicher­weise bestand ich trotzdem das Abitur (eine Bedingung meiner Eltern) und stand schon vorher vor der Kamera. Alles ging schnell. Ich bekam reihen­weise Engagements.

Es waren die Nuller­jahre. Im deutschen Fern­sehen waren weibliche Stereo­type gefragt – simpel, ein­dimensional. Ich eckte an, passte oft nicht ganz hinein. War zu klug, zu laut, zu leise, zu sexy oder zu wenig. Aber ich blieb unbeirrbar, hängte mir an die Bade­zimmer­tür einen Schlacht­plan und arbeitete ohne Unter­lass. Ich sah mir Klassiker an, las so viel ich konnte und verbrachte meine Zeit nicht in Clubs, wie die anderen. Mein Geld steckte ich in Gesangs­unterricht, den ich parallel zur Schauspiel­schule nahm – oder ich reiste mit dem Rucksack durch die Welt.

Nach meinem Diplom zog ich nach Berlin. Alles war fremd, alles war neu – Berlin war noch unfertig im Aufbruch. So wie ich. Es folgten holprige Jahre, in denen ich oft ohne Ertrag blieb, weil ich mich selbst aus zwei sehr erfolg­reichen Serien entließ, um Kunst zu machen. Das führte dazu, dass ich die absurdesten Neben­jobs annehmen musste. Damals hasste ich das, heute ist es eine Fund­grube an Lebens­erfahrung.

Schließlich fasste ich Fuß als Sprecherin und wurde schnell erfolg­reich. Ich verlieh im Synchron vielen Menschen meine Stimme. Auf Dauer war es mir jedoch zu wenig, im Dunkeln zu stehen. Ich wollte nach England – nach London, meiner Traum­stadt bis heute. Also ging ich. Dort drehte ich wunder­bare internationale Filme. Es folgte auch tolle Theater­engagements und ich bekam wieder viele Rollen im deutschen Kino und Fern­sehen.

Mit dem Älter­werden hatte ich Glück: Endlich passte mein Geist in diese Welt. Ich erlaubte mir, wieder alles zu sein, für das ich einmal angetreten war: Schreiben, Spielen, Musik machen, Singen. Mein Leben ist durchzogen von Kreativität – und ich bin all das ge­blieben: Pferd­e­mädchen, Viel­­eserin, Schau­­spielerin, Schrift­­stellerin, Drehbuch­autorin, Früh­­aufsteherin, Globe­­trotterin. Und: Mutter einer Tochter.

Berlin ist meine Heimat geworden. Aber auch die Berge Ober­bayerns, wo ich seit Jahren lebe und arbeite. Verwurzelt nur an einem Ort – das bin ich nicht. Meine Wurzeln sind die Kreativität. Und die ist da, wo ich bin.

Schauspiel

Judith Hoersch verkörpert seit acht Jahren die Titel­rolle der Hebamme Lena Lorenz in der gleichnamigen Erfolgs­reihe im ZDF und ist dadurch einem treuen wie breiten Publikum bekannt.

Bereits mit 18 Jahren stand Hoersch erstmals vor der Kamera. Seither wirkte sie in zahlreichen TV- und Film­produktionen mit und etablierte sich sowohl im dramatischen als auch im komödiantischen Fach und ist u.a. durch ihre Rollen in Fernseh­filmen und Reihen wie Der Kriminalist (ZDF), Im Spessart sind die Geister los (ARD), Star­fighter (RTL), Taunus­krimi (ZDF), Tatort Kiel (ARD) und Meine Nachbarn mit dem dicken Hund (ARD) bekannt.

Auf der Kinoleinwand war sie u. a. in Männer wie wir, Buddy, Die Klasse von ’99 und A Cure for Wellness zu sehen. Der Kinofilm Schnee­flöckchen, in dem Hoersch die Titelfigur spielte und zudem den Titelsong beisteuerte, gewann zahlreiche internationale Preise.

Im britischen Fernsehen übernahm sie die Hauptrolle in Albert’s Memorial (ITV) und spielte in der BBC-Mini­serie The Driver.

Auch auf der Bühne überzeugt Hoersch durch Präsenz, Humor und Tiefgang.

I write what I can’t act
I act what I can’t write

Schreiben

Hoersch schrieb Drehbücher für preisgekrönte Kurzfilme, Song­texte, Kurz­geschichten, Serien­piloten und Essays. Ihre märchen­hafte Geschichte für junge Erwachsene, Juno und die Reise zu den Wundern, erschien 2020 bei Random House.

Im Frühjahr 2026 veröffentlicht der Piper Verlag ihren ersten Roman Niemands Töchter als Spitzen­titel. Zeitgleich erscheint das Hör­buch, das sie selbst eingesprochen hat.

Ein weiterer Roman befindet sich bereits in Arbeit.

Buchcover „Niemands Töchter“ und Smartphone mit dem Hörbuch

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